Die Cinémathèque suisse und das nigerianische Kulturerbe

Vom 18. bis 20. Februar empfing die Cinémathèque suisse in Penthaz und Lausanne im Rahmen einesPartnerschaftsprojekts eine offizielle Delegation aus Nigeria.

Der Besuch markiert einen bedeutenden Schritt im Aufbau einer internationalen Zusammenarbeit zurBewahrung und Vermittlung des audiovisuellen Erbes Nigerias – des zweitgrössten Filmproduktionslands der Welt. Im Zentrum der Gespräche standen der Austausch von Fachwissen in den BereichenKonservierung und Restaurierung sowie der Ausbildung von Fachpersonen für das audiovisuelleKulturerbe in Afrika.Nach der Besichtigung des Forschungs- und Archivierungszentrums in Penthaz nahm die Delegation aneiner Vorführung zweier Filme des nigerianischen Regisseurs Ola Balogun teil, deren Kopien aus demBestand der Cinémathèque suisse stammen und von ihr digitalisiert wurden. Die 1988 im Auftrag desInternationalen Komitees vom Roten Kreuz realisierten Filme Destination Peace und Le Retour gehörensowohl zum schweizerischen wie auch zum nigerianischen audiovisuellen Erbe.

In Anwesenheit eines Superstars

Ali Nuhu Mohammed, Superstar des Hausa-Kinos und Hauptdarsteller bedeutender englischsprachigernigerianischer Produktionen wie dem auf Netflix ausgestrahlten Film Amina von Izu Ojukwu (2021), führtedie Delegation in seiner Funktion als Direktor der Nigerian Film Corporation (NFC), der Bundesagenturzur Filmförderung im bevölkerungsreichsten Land Afrikas.Im Rahmen des Treffens kündigten die Partner ein erstes gemeinsames Projekt an: die Restaurierung des Films Kulba Na Barna (Blaming the Innocent) von Brendan Shehu (1992). Das emblematische Werk der Hausa-Kultur gilt als historischer Meilenstein zwischen dem analogen Filmschaffen und dem Aufkommen von Nollywood, dem digitalen nigerianischen Kino. Das Projekt vereint die Cinémathèque suisse, Arsenal– Institut für Film und Videokunst sowie die Nigerian Film Corporation und bildet die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit.